Politik

Uwe Knüpfer mit Antonia Niecke und Philipp Heissner von der JU

Humorvoll und kontrovers: Der Autor und Journalist Uwe Knüpfer macht mit seinem Buch „Du bist das Volk“ Lust auf Politik, warnt aber hoffnungsvolle Nachwuchs-Talente vor allzu romantischen Vorstellungen. Bei der Jungen Union in Hamburg war er zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion eingeladen.

Politik ist ein hartes Geschäft. Das wissen schon die jüngsten Parteimitglieder. Um irgendwann ganz oben zu landen, müssen sie einerseits früh anfangen (Stallgeruch!), andrerseits dürfen sich nicht abschrecken lassen, wenn sie sehr zeitig erfahren, dass sie einen großen Teil ihrer Energie weniger in die Sache als in Machtgewinn und -erhalt stecken müssen.

Wie kann man das schaffen? Um diese Frage drehte sich der erste Alsterblatt-Talk der Jungen Union, die zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe den Journalisten Uwe Knüpfer zu einem Diskussions-Vortrag über sein Buch „Du bist das Volk – Eine Anleitung zum Politiker-Sein“ eingeladen hatte. Der ehemalige Washington-Korrespondent und Chefredakteur der WAZ-Mediengruppe in Essen und des Vorwärts in Berlin hat jahrzehnte lang Politiker-Karrieren beobachtet und weiß, wovon er spricht, wenn er Ein- und Aufsteigern erklärt: „Ihr müsst aufzutreten wissen und reden können. Es muss euch ums Obenaufsein gehen. Ohne dabei Lustgewinn zu empfinden, werdet ihr es nicht lange aushalten in der Politik.“

Persönliche Karriereberatung

An diesem Abend ging es nicht um Parteipolitik, sondern um persönliche Karriereberatung. Wie halte ich eine gute Rede und gewinne die Herzen meiner Zuhörer? Wie lerne ich das richtige Timing? Welche Bedeutung hat meine Kleidung? Wie überstehe ich zähe Sitzungen mit interessiertem Gesichtsausdruck? Kann ich Niederlagen elegant einstecken und anschließend zum Sieg umdeuten? Sind Familie, Beruf und Politik tatsächlich unvereinbar?

Seinen „scharfzüngigen Humor“ (so Pressestimmen zum Buch) stellte Uwe Knüpfer auch in der Diskussion unter Beweis. Und die jungen Politiker standen da nicht nach, sodass nicht nur gelernt, sondern auch gelacht wurde. „Erschreckend viel Wahres“ stecke in seinem Buch, attestierte ihm Antonia Niecke (24), Nachwuchs-Politikerin und Moderatorin der Veranstaltung. Sie wollte wissen, wie sie sich den Glauben an das Gute in der Politik trotz der Härten des Systems bewahren kann, ohne an Ansehen zu verlieren. „Soll ich dann nachts ins Kissen heulen?“ – „Ja, besser ist das.“

Abschreckend oder aufmunternd?

Ob Knüpfers „klugen höchst aufschlussreichen Einsichten“ (Bonner Stadtmagazin) abschreckend oder aufmunternd wirken, wurde heftig diskutiert. Uwe Knüpfer argumentierte gegen den Vorwurf des Zynismus: Wer rechtzeitig vor allzu romantischen Vorstellungen gewarnt wird, läuft seltener Gefahr, frustriert wieder aus dem Politikbetrieb auszusteigen, bleibt besser dran, setzt sich durch und kann dann erfolgreicher die eigenen Ideale verwirklichen.
Am Ende gab’s extra langen Beifall für zwei Stunden spannende Unterhaltung.

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